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F0.1 - Forum

Solidarität und Eigenverantwortung im Sozialstaat mit Christof Bolay, Reinhard Deiß, Ines Nößler

Moderation: Günter Mahler

Ist der Sozialstaat die Errungenschaft einer auf Gerechtigkeit und Wohlstand aller ausgerichteten Gesellschaft, ist er notwendiges Übel oder gar unbezahlbarer Luxus? Sind wir für unser Wohlbefinden und unseren Wohlstand, für unsere finanziellen Möglichkeiten selbst verantwortlich oder muss im Notfall, z. B. bei 28 % Arbeitslosigkeit in der Region, der Sozialstaat einspringen? Was soll und kann die Solidargemeinschaft auf Dauer tragen? Die Diskussionsteilnehmer auf dem Podium bringen hierzu ihre ganz verschiedenen Erfahrungen und Einstellungen mit und lassen uns teilhaben

an der Frage, was soziale Gerechtigkeit überhaupt sein kann; bedeutet gerecht „jedem das Gleiche“ oder vielleicht eher „jedem das Seine“ oder auch etwas ganz anderes…?

Christof Bolay, 37 Jahre, seit 2005 Oberbürgermeister der Stadt Ostfildern, hat die Arbeits- und Interessenschwerpunkte Kinder- und Jugendförderung, „Soziale Stadt”, Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung.

Reinhard Deiß, 47 Jahre, verheiratet, zwei Kinder, ist seit Jahren in verschiedenen Leitungsfunktionen in der Industrie tätig und arbeitet heute als selbstständiger Unternehmensberater. Ihm war immer bewusst, dass erfolgreiches Wirtschaften in einem Unternehmen langfristig nur möglich ist, wenn ein sinnvoller Ausgleich zwischen den Interessen der Unternehmensführung und der Anteilseigner einerseits sowie den Arbeitnehmern andererseits erfolgt. Die Menschen müssen eine stärkere Eigenverantwortung im Staat übernehmen, weil dieser zuviel an Versorgungsfunktionen übernommen hat. Für Einzelne muss auch die Chance bestehen, Eigeninitiative zu entfalten.

Ines Nößler ist Referentin für Arbeitsmarktpolitik im Diakonischen Werk Mitteldeutschland. Ausführlich hat sie sich auseinandergesetzt mit den Auswirkungen der neuen Sozialgesetze auf die betroffenen Menschen und deren Existenzsicherung sowie mit den Konsequenzen der steuerpolitischen Entscheidungen auf die unterschiedlichen Personengruppen (Arme und Reiche). Darüber hinaus hat sie sich mit der Intention der neuen Gesetze (Eigenverantwortung stärken) und der damit verbundenen Auswirkungen auf unsere Gesellschaftsform befasst.

Der Moderator Günter Mahler, 52 Jahre, verheiratet, vier Kinder, zwei Enkel, ist Pastor und Journalist. Er leitet die freikirchliche Privatfunkredaktion Radio M in Stuttgart. Bei Radio Paradiso in Berlin ist er Wortchef und Programmchef bei Radio Paradiso Frankfurt/Oder, beim neu gegründeten landesweiten Fernsehsender bw family tv ist er Gesellschafter und Veranstalter. In eigener Firma in Stuttgart erstellt er Hörbücher und andere Audioprodukte.